Chronik 1923 - 1998

 

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achdem nunmehr am 18. November 1923 die Freiwillige Feuerwehr Basbeck gegründet war (siehe „Am Anfang war das Feuer...), wurde diese drei Jahre lang vom 1. Hauptmann Claus Hornborstel geführt. Hinrich Leinemann übernahm dann 1926 das Kommando, welches er 1937 an Richard Haack weitergab. Durch spätere Kriegswirren verschwand leider ein Großteil der Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Erwähnt werden soll aber doch, daß Hinrich Leinemann 1926 für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen vom Preußischen Minister des Inneren ausgezeichnet wurde.

1934 wurde der Eintrag in das Vereinsregister zur Pflicht. Die Freiwillige Feuerwehr Basbeck war im Register Nr. 33 des Amtsgerichtes Osten verzeichnet, die Löschung daraus erfolgte per Gesetz über das Feuerlöschwesen am. 16. März 1940.

Die letzte Hauptversammlung vor den Kriegswirren wurde 1937 abgehalten. Danach erfolgte unter schwierigsten Bedingungen die Aufrechterhaltung des Feuerlöschwesens der Gemeinde Basbeck, denn viele Kameraden wurden zur Wehrmacht eingezogen. Einige kehrten leider auch nicht wieder zurück, ihnen gebührt ein ehrendes Andenken.

Die erste Motorspritze, eine Wehrmachtstragkraftspritze (TS) wurde 1942 in Basbeck stationiert. Durch jahrelange, hervorragende Pflege und Wartung konnte dieses, zur Rarität gewordene Exponat, bis zum heutigen Tage funktionstüchtig und einsatzbereit erhalten werden. Da es inzwischen aber modernere Geräte gibt, wird sie nur noch zu Vorführungen eingesetzt. Zurück zur damaligen Zeit.

Da 1944 kriegsbedingt nur noch wenige Männer im Ort waren, wurde eine Frauengruppe ausgebildet, die sich nach dem Krieg allerdings wieder auflöste.

1945 wurde von Heinrich Schütt ein LF 15 (Löschgruppenfahrzeug) aus Wehrmachtsbeständen besorgt, seiner Zeit war dieses noch in grüner Lackierung. Da das Spritzenhaus zu klein war, stellte man das Fahrzeug beim Kameraden Schütt unter und es war wieder ein einsatzbereites Fahrzeug verfügbar. Personell ging es dann 1947 aufwärts, als sich zehn junge Basbecker meldeten, um im Dienst am Nächsten mitzuwirken. Die Chronisten freuen sich, daß von diesen Männern Hinrich Dohrmann heute noch als Ehrenmitglied zu den Kameraden der Wehr gezählt werden kann. Leider hatte das LF 15 immer noch keine richtige Unterstellmöglichkeit, so daß bei der Gemeinde beantragt wurde, ein neues Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Auch sollte das Fahrzeug etwas mehr das Aussehen eines Feuerwehrwagens bekommen. Daher wurde Ewald v.d. Lieth beauftragt, das immer noch grüne Fahrzeug in rot umzuspritzen.

Beim Kameraden Hans Basteen wurde 1948 ein Kameradschaftsabend mit einem Grünkohlessen veranstaltet, für Fleischmarken hatte jeder Teilnehmer selbst zu sorgen. Das Telefon war damals noch nicht so selbverständlich, wie in der heutigen Zeit, eine Sirene war ebenfalls nicht mehr vorhanden. Somit entstanden Probleme bei der Alarmierung der Wehr. Sie wurden aber dadurch gelöst, daß das Hornblasen wieder eingeführt wurde. Bei älteren Basbeckern sind die Signale sicherlich noch bekannt, zwei Feuerhörner befinden sich heute noch im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Basbeck.

1949 wurde Richard Haack als Wehrführer wiedergewählt. Sein Stellvertreter wurde der Sattlermeister Herrmann Rath. Die erste Euphorie nach dem Krieg war verflogen und die Dienstbeteilligung nahm wieder etwas ab. Strafgeld mußte eingeführt werden. Das bedeutete, daß bei unentschuldigtem Fehlen in den Geldbeutel gegriffen werden mußte. Bei dreimaligem Wegbleibens vom Dienst wurde sogar über den Ausschluß des Kameraden beraten. Im gleichen Jahr berichten Unterlagen von einem Großfeuer in Klint, bei dem die Wehr mit ihrem LF 15 und der Handdruckspritze erfolgreich eingesetzt wurde. Von der Alarmierung bis zum „Wasser marsch“ vergingen nur 21 Minuten. Zu berücksichtigen ist dabei auch der längere Anfahrtsweg. Der damalige Kreisbrandmeister Mingst wurde angewiesen, allen eingesetzten Wehren den Dank des Ministers auszusprechen. Außer zu diesem Großfeuer war ein Schuppenbrand bei Peters in der Mühlenreihe am 13. Januar 1949, ein Feuer bei Nagel in Kleinwörden, sowie ein Brand nach Blitzeinschlag bei Plagmann in Basbeck zu bekämpfen.

Die ersten Feuerwehr-Wettkämpfe nach dem Krieg fanden ebenfalls in diesem Jahr, am 12. Juni statt. Hieran nahmen aus Basbeck zwei Löschgruppen teil, die in den unterschiedlichen Startergruppen jeweils als Sieger hervor gingen.

1950 war es dann soweit, der Grundstein für das neue Feuerwehrgerätehaus auf dem Mühlenberg wurde gelegt. Die Erdarbeiten, sowie die gesamte Inneneinrichtung zu diesem Bau wurden von den Kameraden in Handarbeit vollbracht. Diese Arbeiten waren nicht unerheblich, war doch unter dem Haus ein Keller vorgesehen, der 180 m³ Wasser aufnehmen konnte. In Zeiten der Wasserknappheit sollte dieses als Löschwasser dienen, zumal das Haus an der höchsten Stelle Basbeck gebaut wurde, so daß keine großen Pumpleistungen erbracht werden mußten.

Die Einweihung fand dann am 05. August 1951 statt. Nach einem Festumzug durch die geschmückten Straßen Basbecks, begann um 13.oo Uhr mit einem Platzkonzert der festliche Nachmittag. Im Beisein aller örtlichen Vereine und Abordnungen vieler Nachbarwehren betonte Bürgermeister Kahrs bei der Schlüsselübergabe, daß es der Gemeindevertretung eine wirkliche Freude sei, ihrer Feuerwehr dieses schöne Haus übergeben zu können. Brandmeister Richard Haack bedankte sich im Namen seiner Kameraden und war stolz auf dieses Werk echter Kameradschaft. Herr Landrat v.d. Wense stellte besonders heraus, daß Basbeck mit seinem Gerätehaus beispielhaft im ganzen Kreis voranschreite. Er hoffe, daß viele Orte diesem Beispiel folgen mögen. Die Hoffnung, die Tore des schönen Hauses mögen sich wohl zu Übungen, aber möglichst wenig für den Ernstfall öffnen, hegte Kreisbrandmeister Meyer. Die alte Handdruckspritze, Baujahr 1912 und das inzwischen rote LF 15 hatten endlich das Zuhause, welches ihnen gebührte. Kurzum, ganz Basbeck war stolz auf dieses Haus, zumal es das einzige Haus in der Gemeinde war, über dessen Tür das Basbecker Wappen prangte. Dies ist auch heute noch so. Die Wohnung über den Stellplätzen baute sich der Kamerad Kurt Rath aus. So war gesichert, daß die Geräte schnell bedient werden konnten. Gleichzeitig wurde auch die lang ersehnte Sirene im Ort auf der Mühle installiert.

Um im Bedarfsfall auch auf dem Ziegelkamp schnell Wasser zur Verfügung zu haben, wurde wieder in Eigenleistung eine gute Anfahrt zum Tonloch geschaffen. Durch die guten Ergebnisse bei den heimischen Wettkämpfen nahm die Freiwillige Feuerwehr Basbeck auch an den Bezirkswettkämpfen in Verden teil, wo ein guter 5. Platz belegt werden konnte.

1957 verstarb der stellvertretende Gemeindebrandmeister Hermann Rath, zum Nachfolger wurde Erich Becker gewählt. Auf einer weiteren Versammlung am 17. Februar 1958 im Bahnhofslokal, welches vom Kameraden Hans Basteen geführt wurde, konnte an viele Mitglieder das damals übliche Ärmelabzeichen für 10-jährige Zugehörigkeit verliehen werden.

Ein großer Einsatzradius konnte 1959 verzeichnet werden. Einsatzorte waren u.a. Moorbrand in Ahlenfalkenberg, Scheunenbrand bei Graf v.d. Schulenburg in Altendorf, Waldbrand im Pastorenholz zu Lamstedt und ein Großbrand auf dem Buschhof in Niederstrich. Bis zu diesem Zeitpunkt fand die Ausbildung der Feuerwehrmänner in sogenannter Eigenregie innerhalb der Gemeinden statt. Oftmals war die Zusammenarbeit mit anderen Wehren mit leichten Schwierigkeiten verbunden, da ein unterschiedlicher Ausbildungsstand vorlag. Diesem wurde aber dadurch begegnet, daß jetzt erstmals ein Grundlehrgang für Feuerwehren auf Kreisebene, dem Kreis Land Hadeln durchgeführt wurde. Er fand in Lamstedt statt und wurde erfolgreich von den Kameraden Kurt Rath und Werner Köver besucht.

Der stellvertretende Gemeindebrandmeister Erich Becker wurde am 01. Oktober 1960 zum Unterkreisbrandmeister und stellvertretenden Kreisbrandmeister bestellt. Sein Sohn Heinz-Erich Becker rückte als stellvertretender Gemeindebrandmeister nach.

Das Jahr 1962 brachte dann erneut Veränderungen mit sich. Vielen ist noch die schwere Sturmflut vom Februar in Erinnerung, bei der auch die Feuerwehr Basbeck tagelang im Einsatz war, um weitere Schäden zu verhüten, um Aufräumarbeiten durchzuführen oder auch um die Pumpen zum Einsatz zu bringen. An der gesamten Nordseeküste richtete der Sturm großen Schaden an und auch in Basbeck war einiges zerstört. Unter anderem das alte Löschgruppenfahrzeug LF 15 (Baujahr 1940), es überstand den tagelangen harten Einsatz leider nicht. Aus der Wehr erging an die Gemeinde der Vorschlag ein neues LF 16 TS Magirus zu kaufen. Bürgermeister Otto Peschel sicherte dieses auch sofort zu.

Als am 15. August 1962 in den Abendstunden die Sirene aufheulte, wurden die freiwilligen Männer zu einem Einsatz gerufen, bei dem die historische Gaststätte „Zum Heidekrug“ auf dem Ziegelkamp ein Raub der Flammen wurde. Es gelang allerdings den Helfern ein Großteil des Mobiliars aus dem brennenden Haus zu bergen. Die Zeitung berichtete davon, daß dicker, schwarzer Rauch die Gemeinde Basbeck einhüllte und den Himmel verdunkelte.

Im darauffolgenden Jahr konnte der Wehr das neue Fahrzeug anläßlich des 40-jährigen Bestehens übergeben werden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde Richard Haack nach Erreichen der Altersgrenze verabschiedet und zum Ehrengemeindebrandmeister ernannt. Fast drei Jahrzehnte hatte er das Amt des Gemeindebrandmeisters ausgeübt. Neuer Gemeindebrandmeister wurde Kurt Rath, der im Beisein von Kreisbrandmeister Johann Grell, den Ehrenkreisbrandmeistern Meyer und Nettelbeck, sämtlichen Unterkreisbrandmeistern, dem stellvertretenden Landrat Pieper und Oberkreisdirektor Büning vereidigt wurde. Nicht hoch genug könne der Wert des freiwilligen Einsatzes und die stets bewiesene Hilfsbereitschaft herausgestellt werden, wie der stellvertretende Landrat Pieper auf dieser Jubiläumsfeier betonte.

Der nächste Einsatz war eine Kohlenstaubexplosion auf dem Gelände der Portland Zement Fabrik. Auch diese spezielle Problematik des Geschehens bekam man schnell in den Griff.

Inzwischen wurde erneut das Feuerwehrgerätehaus zu klein und eine weitere, neue Fahrzeugbox mußte angebaut werden, in dem dann ein Tanklöschfahrzeug (TLF) des Zivilschutzes seinen Platz fand. Gleichzeitig wurde mit dieser Baumaßnahme auch die Heizungsanlage fertigestellt.

Äußerst knapp fiel 1964 die Entscheidung im Bezirkswettkampf aus. Unter Gruppenführer Johann Schlichtmann wurde der zweite Platz belegt, - es fehlten 0,9 Sekunden zum Sieg. Auch wurden drei neue Luftschutzsirenen angeschlossen und der Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Jetzt konnten überall im Ort hörbar die Kameraden alarmiert werden.

Bisher hatte der Männergesangverein zum Gelingen der Kameradschaftsabende beigetragen. Da dieser aber 1965 nicht mehr zur Verfügung stand wurde beschlossen, einen Feuerwehrball mit Theaterstück im Gasthaus Winter zu veranstalten. Weiterhin nahm man in diesem Jahr wieder an den Bezirkswettkämpfen teil, wobei der zweite Platz erfolgreich verteidigt werden konnte. Man rückte auch wieder zu zahlreichen Bränden und Hilfeleistungen aus, u.a. zu einem Feuer bei Schröder in Sethlerhemm.

Wegen Umzugs nach Cadenberge wurde im April 1967 der stellvertretende Gemeindebrandmeister Heinz-Erich Becker verabschiedet. Nachfolger wurde Uwe Becker.

Das Jahr 1968 begann mit der Gebietsreform, die auch an Basbeck nicht spurlos vorüber ging. Basbeck war nicht mehr eine eigenständige Gemeinde, so daß aus Gemeindebrandmeister Ortsbrandmeister wurden. Zum ersten Gemeindebrandmeister der neuen Gemeinde Hemmoor wurde am 08. Januar der Warstader Günter Weiß gewählt. Ortsbrandmeister in Basbeck blieb Kurt Rath unter dessen Regie erstmals 3 Atemschutzgeräte beschafft wurden. Diese Maßnahme bewies Voraussicht, denn bereits am 21. November 1968 wurden diese bei einem Brand in der Kraftfahrzeugfirma Lewandowski eingesetzt. Ein Polizeifahrzeug war bei Reparaturarbeiten von der Hebebühne gestürzt und entzündete dabei auslaufendes Benzin. Die Werkstatt war in wenigen Augenblicken in dichten, schwarzen Rauch gehüllt und nur durch den Einsatz von Atemschutzgeräten konnte das Schlimmste verhindert werden.

Aus dem aktiven Dienst wurde Erich Becker verabschiedet, er blieb aber als Ehrenmitglied und Ehrenkreisbrandmeister. Ein weiterer Großbrand mußte am 13. April 1969 bekämpft werden. Es brannte das Tagelöhnerhaus des Landwirtes Johann Nagel aus Sethlerhemm. Als Brandstifter konnten durch ein Zeitungsfoto Bürgermeister Herbert Müller und Gemeindedirektor Töpper „überführt“ werden. Diese ominöse Tat war einer Großübung mit insgesamt 11 Feuerwehren vorausgegangen und wurde u.a. vom Kreisbrandmeister Johann Grell und Oberkreisdirektor Büning beobachtet.

Aus den Wettkämpfen auf Kreis- und Gemeindeebene ging die Wehr unter Gruppenführer Emil Buchzik siegreich hervor. Eine Gruppe nahm ebenfalls am Landesausscheid 1971 in Burgdorf teil. In diesem Jahr wurden weiterhin Brände des Pastorenhauses in Osten, der Mülldeponie Heeßel, des Hofes Hartlef, des Hauses Heinsohn in Bornberg, des Hauses Jäckel bei den Eichbäumen und bei Kanthack bekämpft. Für zusätzliche Sicherheit sorgten die jetzt neu beschafften gelben Helme, die bei Dunkelheit nachleuchten. Sie lösten die schwarzen Helme ab. Die nächtlichen Arbeiten bei Hilfeleistungen auf der Straße konnten somit gefahrloser durchgeführt werden.

1973 blickte die Wehr bereits auf 50 Jahre Feuerwehrgeschichte zurück. Aus diesem Grund fanden unter der Leitung des neuen Kreisbrandmeisters Rolf Lamp die Unterkreiswettkämpfe auf dem alten Marktplatz statt. Die Gründungsmitglieder Richard Haack, Heinrich Haack, Hans Mahler, Friedrich Sander und Heinrich Tiedemann wurden dabei für ihre langjährige Zugehörigkeit ausgezeichnet.

Im darauffolgendem Jahr mußten die 40 Kameraden zu insgesamt 15 Einsätzen ausrücken. Eine große Hilfe zeigte sich darin, daß die Fahrzeuge jetzt mit Funkgeräten ausgestattet waren. Der Funkrufname lautete „Florian Otter“.

Auf einer außerordentlichen Versammlung im Grenzkrug wird unter Anwesenheit von Gemeindebrandmeister Rudi Nowak und Gemeindedirektor Töpper der stellvertretende Ortsbrandmeister Uwe Becker nach 8-jähriger Tätigkeit wegen Umzugs verabschiedet. Sein Nachfolger wird Alfred Döscher.

1975, - das Jahr der großen Waldbrandkatastrophe in der Lüneburger Heide und dem Wendland Aus dem gesamten Bundesgebiet wurden Feuerwehreinheiten zusammengezogen, um der Flammen Herr zu werden. Auch die Feuerwehr Basbeck war mit seinem Tanklöschfahrzeug und den Kameraden Alfred Döscher, Heinz Richters und Hans-Heinrich Schlichtmann dabei. Nach dem erfolgreichen Einsatz im Rahmen der ZS-Bereitschaft kehrten diese „schwarz, wie die Neger“ zurück.

Neben der Brandbekämpfung wurde in Basbeck ein weiterer Schwerpunkt in den Bereich der Hilfeleistungen gelegt. Daher schaffte die Gemeinde im Oktober 1977 einen Hilfsrüstwagen an.

Eine weitere Veränderung ergab sich durch den Zusammenschluß der bisherigen Landkreise Land Hadeln und Wesermünde zum neuen Küstenkreis Cuxhaven. Der Altkreis Land Hadeln bildete jetzt einen der drei Brandschutzabschnitte, der von Rolf Lamp geführt wurde. Auch veränderte sich  die Ausbildung in den eigenen Reihen. Hatte man doch bisher immer dazu in der ungemütlichen Fahrzeughalle gesessen. Ein neuer Unterrichtsraum, in Eigenleistung erstellt, bot seit Anfang 1978 wesentlich bessere Möglichkeiten.

Als im Dezember 1978 der Ortsbrandmeister Kurt Rath aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärte rückte sein bisheriger Stellvertreter Alfred Döscher nach. Das vakant gewordene Amt des neuen stellvertretenden Ortsbrandmeisters bekleidet seit dem Helmut v.d. Lieth. Auf Beschluß der Versammlung sollte die Führung der Wehr noch bis zum 01. April 1979 in den „alten“ Händen bleiben, dann sollte auf einer außerordentlichen Versammlung in der Festhalle Basbeck das Zepter übergeben werden. Aber es kam anders. Am 10.03.1979 verstarb Kurt Rath nach schwerer Krankheit. Er wurde nach 32 Dienstjahren, davon 16 Jahre als Gemeinde- bzw. Ortsbrandmeister aus unseren Reihen abberufen.

In den Einsatzbüchern findet man unter „Besonderes“ in diesem Jahr zwölf aufeinanderfolgende Einsätze bei einem schweren Sturm, der mit einer Windhose über Basbeck fegte. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und mußten gesichert werden, ebenso waren etliche umgestürzte Bäume zu beseitigen. Unvergessen ist auch der tagelange Einsatz der Wehr bei der großen Schneekatastrophe.

Im Jahr 1980 bewegten insbesondere 2 Einsätze die Gemüter der Basbecker. Zum einen der Verkehrsunfall auf der Bahnbrücke der B 495, bei dem ein Lastzug 8m tief auf die Gleise stürzte, zum anderen der Brand der Mühle Haack. Hier erwies sich der bereits erwähnte Keller unter dem Feuerwehrgerätehaus als eine sinnvolle Einrichtung. In unmittelbarer Nähe zum Brandobjekt standen sofort 180 m³ Löschwasser zur Verfügung. Nur dadurch konnte erreicht werden, daß nicht auch die Geschäfts- und Büroräume ein Raub der Flammen wurden.

Der Dienst am Nächsten wurde in diesem Jahr besonders groß geschrieben. So wurde, in Zusammenarbeit mit dem Gastronomiebetrieb Fritsche, in der Festhalle ein „bunter Abend“ mit den Oberkrainern veranstaltet. Der hieraus entstandene Reingewinn von DM 7777,77 wurde der Lebenshilfe Hemmoor e.V. zu Verfügung gestellt.

1982 erklang zum letzten Mal der Funkrufname „Florian Otter“ aus den Funkgeräten. Als Folge der Neubildung des Landkreises Cuxhaven benutzen jetzt alle Feuerwehren im Kreis den Funkrufnamen „Florian Geeste“.

Kurz vor den Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen der Wehr konnte SG-Bürgermeister Herbert Müller eine Hydraulikpresse für die Rettungsschere übergeben.

Es ging stetig aufwärts mit der Schlagkraft der Feuerwehr. So wurde 1984 eine Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle im Cuxhavener Kreishaus in Betrieb genommen. Diese ist für den gesamten Landkreis zuständig und über den Notruf 112 erreichbar. Dadurch war eine schnellere Alarmierung gewährleistet.

Auf Beschluß des Samtgemeinderates wurde die Freiwillige Feuerwehr Basbeck am 18. Juni 1985 zur Stützpunktfeuerwehr. Das bedeutete auch ein wenig mehr an Verantwortung. Am 30. Januar 1987 erhielt die Wehr ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk in Form eines neuen Tanklöschfahrzeuges (TLF) 8. Im Beisein von Brandschutzabschnittsleiter Rolf Lamp und Samtgemeindebürgermeister Paul Neese wurde das Fahrzeug durch Samtgemeindedirektor Lothar Domann an den Ortsbrandmeister und damit an die Wehr übergeben.

Ein Jahr später verläßt Brandschutzabschnittsleiter Rolf Lamp die Kommandobrücke, sein Nachfolger wird aus den Reihen der Basbecker Feuerwehr Otto Schlichtmann. Die 47 aktiven Kameraden mußten 1988 zu keinem Brandeinsatz ausrücken, jedoch schlug die Einsatzstatistik mit 30 Hilfeleistungen der unterschiedlichsten Art zu Buche.

Mit den Aufgaben wuchs natürlich auch der Platzbedarf im Feuerwehrgerätehaus. Die unterschiedlichsten Aufgaben erfordern nun mal unterschiedliche Geräte und Hilfsmittel. So wurde erneut ein Erweiterungsbau beschlossen, zu dem der Ortsbrandmeister zum Richtfest am 27. Oktober 1990 Vertreter der Stadt Hemmoor, sowie aus den Reihen der Feuerwehr begrüßen  konnte. Die Einweihung erfolgte mit einem „Tag der offenen Tür“ am 27. April 1991. Die Umbaukosten konnten mit DM 70.000,-- relativ gering gehalten werden, da auch hier die Kameradschaft groß geschrieben wurde und der Innenausbau wiederum in Eigenleistung erstellt wurde. Die neu eingebaute Teeküche stellt eine wunderbare Ergänzung zum großen Gemeinschaftsraum, der zu Versammlungen oder Unterrichten genutzt werden kann, dar. Die Feuerwehr wird für viele Kameraden immer mehr zu einer zweiten Heimat. Hiervon überzeugte sich auch der neue Gemeindebrandmeister Klaus Vollert aus Klint, der den Althemmoorer Heinz Simanski ablöst.

Flächenbrände, das war das Schlagwort 1992. Die große Trockenheit in diesem Jahr war immer wieder der Anlaß eines Feueralarmes.

Erstmals wurde im Dezember 1992 die Schallmauer von über 500 passiven Mitgliedern durchbrochen. Die Freiwillige Feuerwehr Basbeck ist damit mit 517 passiven Förderern führend in der Samtgemeinde Hemmoor. Zeigt doch diese hohe Zahl, wie sehr die Arbeit ihrer Feuerwehr von den Basbeckern nicht nur gefördert, sondern auch anerkannt wird. Darauf können und sind die Kameraden stolz.

Wieder einmal konnte ein Jubiläum gefeiert werden. Am 13. Februar 1993 fand unter dem Motto „70 Jahre Freiwillige Feuerwehr Basbeck“ der traditionelle Feuerwehr- und Bürgerball im Gasthaus Winter statt. Aus gleichem Anlaß wurden die Wettkämpfe der Wehren aus der Samtgemeinde Hemmoor und der Börde Lamstedt auf dem Schützenplatz in Basbeck abgehalten.

Zu großen Ehren kam noch einmal im Juli des gleichen Jahres das LF 16 TS (Baujahr 1963), liebevoll „unsere Oma“ genannt, bei einer Oldtimer Parade anläßlich der Feiern zum 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr Bremerhaven. 1994 rückte die Wehr zu 14 Brandeinsätzen und 24 Hilfeleistungen aus. Diese Zahlen überzeugten von der Notwendigkeit einer eigenständigen, schlagkräftigen Einheit, so daß Samtgemeindebürgermeister Paul Neese für das kommende Jahr die Ersatzbeschaffung für „unsere Oma“ zusicherte.

Der Erlös aus einem spontanen Flohmarkt von DM 500,-- konnte der Aktion „Hilfe für Charlotte“ übergeben werden. Wieder einmal zeigte sich, daß das Wohl des Nächsten an erster Stelle steht. Das Geld wurde verwendet, um die Knochenmarkspende für leukämiekranke Mitmenschen zu unterstützen.

Im Januar 1996 war es dann soweit, das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8 TS stand vor der Tür. Allein im Anschaffungspreis von DM 230.000,-- spiegelte sich der Umfang und die Qualität der Ausrüstung wieder. „Oma“ ging in wohlverdienten Ruhestand und fand zeitweilig im Technikmuseum Stade Platz. Da aber der Besichtigungsort unter freiem Himmel lag und die Kameraden „Oma „ nicht leiden sehen konnten, wurde das Fahrzeug wieder in die eigenen Reihen zurückgeholt. Es kann auch heute noch besichtigt werden.

Aufgrund der neuen Fahrzeugsituation konnten nur noch 12 Feuerwehrmänner mit Einsatzfahrzeugen zum Ort des Geschehens eilen. Wieder war Eigeninniative gefragt und es wurde in einer einmaligen Aktion in Eigenregie ein DM 8.000,-- teurer Mannschaftstransportwagen beschafft.

Auf der im Dezember 1996 abgehaltenen Jahreshauptversammlung wurden dann die Weichen für die Zukunft gestellt. Aus Altersgründen stellte Ortsbrandmeister Alfred Döscher sein Amt zur Verfügung. Zum Nachfolger wurde einstimmig Joachim Stach gewählt. Die Übergabe der Dienstgeschäfte sollte im darauffolgenden Juli stattfinden.

Die Technik brachte es mit sich, daß seit Anfang 1997 die Sirenen die Wehrleute nicht mehr zum Einsatz rufen sollte. Es gab jetzt Funkmeldeempfänger, die sogenannten Pieper, die eine gezieltere Alarmierung ermöglichten. Die Sirenen blieben nur noch für den äußersten Notfall und werden daher immer noch am ersten Sonnabend im Monat auf ihre Funktion überprüft.

Im Juli war es dann soweit. Nach 18-jähriger Amtszeit übergab Alfred Döscher die Führung in jüngere Hände. Die Kommandoübergabe an Joachim Stach fand im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ statt, an dem die Bevölkerung regen Anteil nahm. Vorführungen, Platzkonzerte und ein kleiner spontaner Fahrzeugkonvoi rundeten das Programm ab.

Im Jahr 1998 besteht die Freiwillige Feuerwehr Basbeck nunmehr 75 Jahre. - 75 Jahre Freiwillige Feuerwehr bedeuten verantwortungsbewußten und aufopferungsfreudigen Einsatz, sowie stete Bereitschaft im Dienste für den Bürger. Nach dem Grundsatz „Helfen, Retten, Löschen, Bergen“ haben seit jeher Männer in vorbildlicher Kameradschaft, freiwillig und jederzeit unter Zurückstellung persönlicher Interessen, selbstlos ihren Mitmenschen in Not- und Katastrophensituationen geholfen, immer nach dem Motto „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.

In diesem Sinnne wurde die Chronik erstellt. Gleichzeitig danke ich hiermit allen Kameraden, die mir bei der Zusammenstellung mit Rat und Tat zur Seite standen. Ein besonderer Dank gilt dem Ehrenortsbrandmeister Alfred Döscher, der einen Großteil der Daten und Fakten zusammengetragen hat. Bei grammatikalischen oder Interpunktionsfehler bitte ich um Nachsicht. Für die Zukunft wünsche ich mir mit der Wehr ein Fortbestehen der hervorragenden Kameradschaft, des guten Ausbildungsstandes und der daraus resultierenden Einsatzqualität.

 

 

21.12.2008: Inzwischen sind weitere zehn Jahre vergangen. Zehn Jahre, in denen viel bewegt wurde und auch uns bewegt hat. Eine 

Ergänzung dieser Chronik ist bereits in der Vorbereitung, - man darf gespannt sein.

Oswald Weigelt

Hauptlöschmeister

 

Copyright © by FF Basbeck                                           Last updated 21.12.2008